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Unter dem Begriff Projektmanagement (PM) versteht man das Planen, Steuern und Kontrollieren von Projekten. Viele Begriffe und Verfahrensweisen im Projektmanagement sind mittlerweile etabliert und standardisiert. Im Rahmen der meisten universitären Studiengänge im Ingenieur-, Wirtschafts- und Informatikbereich werden Grundkenntnisse des Projektmanagements vermittelt. Weltweit gibt es einige Verbände, welche sich dem Thema Projektmanagement verschrieben haben. Die drei bekanntesten sind: das amerikanische Project Management Institute (PMI) mit der PMP-Zertifizierung das britische Office of Government Commerce (OGC) mit der Prince2-Zertifizierung die International Project Management Association (IPMA) mit der IPMA-Zertifizierung Deren Vertretungen in den Ländern, in Deutschland z. B. die GPM, bieten (u. a.) Zertifizierungen auf unterschiedlichen Levels an; Details dazu stehen in den Artikeln zu den Verbänden. Ihre PM-Verfahren sind grundsätzlich unabhängig von Branche und Projektinhalt, jedoch werden, aufbauend auf diesen Verfahren, häufig individuelle Vorgehensmodelle abgeleitet, in denen Spezifika des Projektprodukts (beispielsweise Software vs. Brücke) oder des Projekttyps (beispielsweise Software-Neuentwicklung, Wartung, Prozesseveränderung im Unternehmen), häufig auch Gepflogenheiten im einzelnen Unternehmen berücksichtigt werden. Projektmanagement wird je nach Quelle textlich unterschiedlich, inhaltlich aber weitgehend übereinstimmend definiert: DIN-Norm (DIN 69901-5:2009-01): .

Ein Projekt ist ein zielgerichtetes, einmaliges Vorhaben, das aus einem Satz von abgestimmten, gelenkten Tätigkeiten mit Anfangs- und Endtermin besteht und durchgeführt wird, um unter Berücksichtigung von Zwängen bezüglich Zeit und Ressourcen (zum Beispiel Geld bzw. Kosten, Produktions- und Arbeitsbedingungen, Personal) ein Ziel zu erreichen. Projekt leitet sich ab von „lat. proiectum, Neutrum zu proiectus 'nach vorn geworfen', Partizip Perfekt von proicere 'vorwärtswerfen' “. Bei Projekten wird unter 'vorwärts' eine zeitliche Dimension verstanden, siehe auch Terminplanung. Zur Durchführung von Projekten werden häufig Projektteams gebildet, die Steuerungsaufgaben obliegen. Um dieses Projektmanagement effektiv zu gestalten, werden von Beratungsfirmen und Hochschulen spezielle Lehrgänge angeboten. Viele Projektmanagement-Lehren empfehlen, dass die Ziele bzw. Zielvorgaben eines Projektes nach den SMART-Regeln vorab formuliert werden (SMART = Spezifisch, Messbar, Akzeptiert, Realistisch, Terminiert). Für Forschungsprojekte gilt dies aber nur bedingt. Aus Sicht des Arbeitsstudiums, welches menschliche Arbeit in Organisationen untersucht, wird der Begriff "Projekt" in verschiedenen Quellen ähnlich definiert: Eine Aufgabenstellung kann und sollte in der Regel als Projekt betrachtet werden, sofern das zu lösende Problem relativ komplex erscheint, der Lösungsweg zunächst unbekannt ist, eine Zielrichtung und ein Zeitrahmen vorliegen und/oder bereichs-/fachübergreifende Zusammenarbeit erforderlich ist.

Das Project Management Institute (PMI) ist ein weltweit tätiger US-amerikanischer Projektmanagementverband. Das PMI wurde 1969 außerhalb von Philadelphia, Pennsylvania, USA gegründet. Die Festlegung der Satzung des Institutes durch das Commonwealth of Pennsylvania markiert den Beginn der Tätigkeit des Institutes. Im selben Jahr wurden die ersten PMI-Seminare und -Symposien in Atlanta, Georgia mit 83 Teilnehmern abgehalten. Anfang 2011 hatte das PMI nach eigenen Angaben mehr als eine halbe Million Mitglieder und Zertifikatsinhaber in 185 Ländern. PMI ist die weltweit mitgliederstärkste Projektmanagement-Organisation und Herausgeber des „Guide to the Project Management Body of Knowledge“ (PMBoK). Das PMI bietet mehrere individuelle Zertifizierungen an. Ein Certified Associate in Project Management (CAPM®, Zertifizierter Mitarbeiter im Projektmanagement) verfügt über Basiskenntnisse im Projektmanagement. Voraussetzung sind 1.500 Stunden Arbeit in einem Projektteam oder 23 Anwesenheitsstunden in einer formalen Projektmanagement-Ausbildung. Ein Project Management Professional (PMP®, Projektmanagementexperte) muss - je nach Ausbildung - eine spezifische Ausbildung und einschlägige Erfahrungen über mindestens 3 Jahre/4500h bzw. 5 Jahre/7500h (innerhalb der letzten 8 Jahre) im Bereich Projektmanagement vorweisen. Er hat eine Prüfung bestanden, die die Projektmanagementkenntnisse nach PMI-Standard überprüft. Zusätzlich hat er sich bereit erklärt, den Regeln des PMI Berufskodex ('Code of conduct') zu folgen.

Der Projektleiter ist für die operative Planung und Steuerung des Projektes verantwortlich. In diesem Zusammenhang trägt er die Verantwortung für das Erreichen von Sach-, Termin- und Kostenzielen im Rahmen der Projektdurchführung. Im Bereich der Planung legt er Ziele sowie benötigte Ressourcen für deren Erreichung fest. Die Reichweite der Kompetenzen eines Projektleiters hängt primär von der Leitungsstruktur von Projektgruppen ab. Hier werden zwei Arten unterschieden: Bei hierarchiefreien Projektgruppen sind alle Gruppenmitglieder gleichberechtigt, sie tragen gemeinsam die Verantwortung für das Projektergebnis. In hierarchischen Projektgruppen wird ein Mitglied mit besonderer Kompetenz und Verantwortung ausgestattet. Die Reichweite der Kompetenz hängt großteils von der Form der Projektorganisation ab und reicht vom Informations- und Antragsrecht bis hin zu uneingeschränkter Leitungskompetenz im Rahmen des Projektes. Sie kann sich im Laufe der Projektdurchführung durchaus verändern. In jedem Projekt nehmen deren Mitglieder verschiedene Rollen ein. Manchmal werden sie bereits im Voraus festgesetzt, oft bilden sie sich jedoch erst während der Gruppenbildungsphasen. Im Rahmen der Projektplanung bestehen die Hauptaufgaben des Projektleiters in der Ressourcen- und Budgetplanung sowie in der Zielsetzung des Projektes. Projektdefinition Möglichst präzises Formulieren realistischer Projektziele: Zustand, der am Ende des Projektes herrschen soll, Maßnahmen um den Sollzustand zu erreichen, sind nicht Teil der Zielformulierung.

Die International Project Management Association (IPMA) ist ein von Europa ausgehender weltumspannender Projektmanagementverband und Zertifizierungsstelle. Sie wurde 1965 zuerst nur als Diskussionsrunde internationaler Projektmanager gegründet und trug bis 1994 den Namen INTERNET. Der erste internationale Kongress fand 1967 in Wien statt. Unter dem Dach der IPMA sind ca. 40 nationale Projektmanagementvereinigungen, mit weltweit mehr als 40.000 Mitgliedern zusammengeschlossen. Beispielsweise ist die ASAPM (American Society for the Advancement of Project Management) die nationale Organisation der USA. Sie wurde 1979 formal etabliert und wählte die Schweiz als Sitz für das Sekretariat und die Gesellschaft, internationale Expertenseminare wurden am Gottlieb Duttweiler Institut in Rüschlikon durchgeführt. Der heutige Sitz der Gesellschaft (Stand April 2012) ist Nijkerk in den Niederlanden. Die nationalen Vereinigungen professionalisieren Projektmanagement unter Berücksichtigung landesspezifischer kultureller Anforderungen. Um dennoch eine einheitlich hohe Qualität zu gewährleisten und gemeinsame Standards zu wahren, gab die IPMA 1999 die IPMA Competence Baseline (ICB) heraus. Sie stellt die Grundlage der nationalen Projektmanagement Baselines dar, die wiederum die Basis für die nationalen Zertifizierungsprogramme ist. Inhaltlich wurden bis 2007 die Projektmanagement-Wissenselemente in der ICB nach Muss- und Wahlelementen differenziert vorgegeben, die dementsprechend in den nationalen Projektmanagement Baselines wiederzufinden sind.

Projektplanung ist eine der Hauptaufgaben des Projektmanagements. In der Regel bildet die Projektplanung die zweite der vier Haupt-Projektphasen eines Projektes, folgt zeitlich also auf die Projektdefinition und bereitet die eigentliche Projektdurchführung so gut wie möglich vor; doch ist Projektmanagement immer auch Krisenmanagement, die Projektplanung begleitet daher immer auch die Projektdurchführung, und muss auf nicht mehr kompensierbare Planabweichungen mit entsprechender Um- und Neuplanung reagieren. Strukturplanung Materialplanung Erstellung der Projektpläne Die Projektplanung beginnt mit der Projektstrukturplanung. Aufbauend auf dem Anforderungskatalog oder Lastenheft wird das Entwicklungsvorhaben technisch, aufgabenmäßig und kaufmännisch strukturiert. Die sich hierbei ergebenden Strukturen (Produktstruktur, Projektstruktur und Kontenstruktur) stellen die Grundpfeiler einer zielorientierten Entwicklung dar; auf ihnen setzen alle weiteren Planungsschritte auf. Aus dem Projektstrukturplan werden die Aufgabenpakete abgeleitet, für die dann eine Aufwandsschätzung durchzuführen ist. Außer dem eigenen Erfahrungspotenzial sollten die Erfahrungen außenstehender Experten sowie die Möglichkeiten von Aufwandsschätzverfahren genutzt werden. Aufwandsschätzverfahren und Expertenbefragungen bedeuten hierbei nicht sich ausschließende, sondern sich gegenseitig befruchtende Vorgehensweisen.

Der Guide to the Project Management Body of Knowledge (PMBoK Guide) ist ein weit verbreiteter Projektmanagement-Standard und zentrale Referenz des US-amerikanischen Project Management Institute, von dem er auch herausgegeben und unterhalten wird. In der Einführung bezeichnet sich das Werk als „Zusammenfassung des Wissens der Fachrichtung Projektmanagement“. Gemeint ist das Wissen über die Vorgehensweisen, die weithin als bewährte Praxis (PMBoK: „best practice“) anerkannt werden. Die beschriebenen Methoden sind auf Projekte aus verschiedenen Anwendungsbereichen anwendbar, dazu gehören u.a. Bauwesen, Software-Entwicklung, Maschinenbau und Automobilindustrie. Der PMBoK Guide ist prozessorientiert, d. h. er verwendet ein Modell, nach dem Arbeit durch Prozesse erledigt wird. Ein Projekt wird durch das Zusammenspiel vieler Prozesse durchgeführt. Anhand der Prozesse strukturiert das PMBoK das gesammelte Methodenwissen. Für jeden Prozess werden Input, Output und Werkzeuge und Verfahren beschrieben. Das American National Standards Institute (ANSI) und das Institute of Electrical and Electronics Engineers (IEEE) haben das PMBOK als Standard anerkannt (ANSI/PMI 99-001, IEEE Std 1490-2003). Es wurde (neben Englisch) in elf Sprachen übersetzt. Der PMBoK Guide ist die Basis für die Zertifizierungsprüfung zum Project Management Professional (PMP) und für die Eingangslevel-Zertifizierung Certified Associate in Project Management (CAPM).

Die DIN-Normenreihe DIN 69901 beschreibt Grundlagen, Prozesse, Prozessmodell, Methoden, Daten, Datenmodell und Begriffe im Projektmanagement. Unter dem Haupttitel „Projektmanagement; Projektmanagementsysteme“ enthält diese Normenreihe folgende fünf Teile (alle Ausgabedatum Januar 2009): DIN 69901-1 „Grundlagen“ DIN 69901-2 „Prozesse, Prozessmodell“ DIN 69901-3 „Methoden“ DIN 69901-4 „Daten, Datenmodell“ DIN 69901-5 „Begriffe“ Die Teile 1 und 2 der Normenreihe gehen auf verschiedene Grundbegriffe wie Projekt, Projektmanagement oder Projektwirtschaft ein. Teil 3 regelt die Nomenklatur zur Projektgliederung, Projektstrukturplan, Arbeitspaket und Netzplantechnik. Teil 4 definiert Projektorganisation, Projektleitung und Projektleiter, Teil 5 Projektphase und Berichte zum Projektabschluss.

Die GPM Deutsche Gesellschaft für Projektmanagement e.V. (GPM) ist ein gemeinnütziger Berufs- und Fachverband für Projektmanagement mit Sitz in Nürnberg und einem Hauptstadtbüro in Berlin. Die satzungsgemäße Aufgabe der GPM ist die Förderung des Projektmanagements, insbesondere der Aus- und Weiterbildung sowie der Forschung und Information auf diesem Gebiet. In der 1979 gegründeten Gesellschaft sind mehr als 5.900 Mitglieder aus allen Bereichen der Wirtschaft, der Hochschulen und der öffentlichen Hand vereinigt. Die GPM engagiert sich für eine systematische Weiterentwicklung des Projektmanagements in Deutschland. Sie fungiert als deutsche Vertretung der International Project Management Association (IPMA). Die GPM ist einer der größten Anbieter von Seminaren und Lehrgängen auf dem Gebiet des Projektmanagements. Die Referenten und Trainer in den Weiterbildungsveranstaltungen der GPM sind Praktiker aus Industrie und Beratung sowie Vertreter wissenschaftlicher Institutionen. Hierdurch soll eine neutrale und stark anwendungsorientierte Vermittlung des jeweiligen Themengebietes sichergestellt werden. Bei der GPM kann man Fachseminare zu den Grundlagen des Projektmanagements und für Einsteiger wie auch zu vertiefenderen Themen besuchen. Auch werden Workshops und Expertentagungen angeboten. In der Regel sind diese Veranstaltungen branchenübergreifend ausgelegt. Junge Projektinteressierte finden ein spezielles Angebot bei der GPM Young Crew.

Ein Projektziel ist die Aufstellung von möglichst quantifizierten Anforderungen, die erfüllt sein müssen, damit ein Projekt als erfolgreich abgeschlossen betrachtet werden kann. Das Projektziel enthält dabei in der Regel Aussagen zu allen drei Punkten des magischen Dreiecks: Inhalt (Qualität), Zeit und Kosten. Bei Unternehmen mit einem hohen Anteil an Spezialwissen werden die drei Vorgehensziele Inhalt, Zeit und Kosten noch durch Personen ergänzt, um auszudrücken, dass für das erfolgreiche Projekt spezielle Mitarbeiter benötigt werden. Neben den Vorgehenszielen werden noch die Ergebnisziele (z.B. Umsatzsteigerung um 10 % durch das neu zu bauende Produkt) in den Projektzielen genannt. Eine eindeutige und realistische Definition des Projektziels sollte in der Projektdefinition ausgearbeitet werden und Teil des Projektauftrags sein. Darauf zu achten ist, dass der Lösungsweg nicht vorgegeben wird. Am Ende eines Projektes steht der Abgleich des Projektziels mit dem Projektergebnis. DIN 69901-5:2009-01 definiert das Projektziel als "Gesamtheit von Einzelzielen, die durch das Projekt erreicht werden". In der englischen Literatur (insbesondere PMBoK) wird die Definition des Zieles eher in mehrere Punkte aufgesplittet: Projektgegenstand im Inhalts- und Umfangsmanagement Zeit- und Kostenrestriktionen im Zeit-bzw.


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