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Ein Zahnimplantat (von lat. in „im, hinein“ und planta „Steckling, Setzling“) ist ein in den Kieferknochen eingesetztes alloplastisches Konfektionsteil (Implantat). Das Teilgebiet der Zahnheilkunde, das sich mit der Insertion (Einsetzen) von Zahnimplantaten in den Kieferknochen befasst, wird als Implantologie ( (von lógos ‚Wort‘,Lehre‘) bezeichnet. Durch ihre Verwendbarkeit als Träger von Zahnersatz übernehmen Zahnimplantate die Funktion künstlicher Zahnwurzeln. Hierzu werden sie entweder mittels Schraubgewinde in den Kieferknochen (enossale Implantate) eingedreht oder eingesteckt. Sie verbinden sich innerhalb von 3 bis 6 Monaten mit dem umgebenden Knochen zu einer festen, äußerst belastungsfähigen Trägereinheit (Osseointegration). Von der Implantatform hängt die chirurgische Insertionstechnik ab. Aus der Gestalt des Abutments, dem aus dem Kieferknochen herausragenden Implantatteil, resultiert die Anfertigung der Suprakonstruktion, dem auf den Implantaten einzugliedernden Zahnersatz. Zahnimplantate bestehen seit den 1980er Jahren üblicherweise aus Titan, aber auch aus keramischen Materialien. Weltweit gibt es etwa 80 größere Hersteller und über 200–300 unterschiedliche Implantatformen. Nach langen Jahrzehnten mit verschiedenen, heute zum Teil naiv anmutenden Implantatformen aus der Vorkriegszeit, haben sich rotationssymmetrische Implantate (meist Schraubenimplantate) durchgesetzt.

Ein Wort ist eine selbstständige sprachliche Einheit. In der Sprache hat es, im Gegensatz zu einem Laut oder einer Silbe, eine eigenständige Bedeutung. Eine allgemein akzeptierte Definition existiert nicht. Eine Definition gilt als „schwierig“. Der Ausdruck Wort ist mehrdeutig und hängt vom Untersuchungsgesichtspunkt, von der jeweils interessierenden sprachlichen Ebene und von den diesbezüglichen Theorien ab. Ob Wort in der Sprachwissenschaft überhaupt eine brauchbare Kategorie ist, ist umstritten. So stellte Ferdinand de Saussure den Begriff Wort völlig zurück und sprach vom Zeichen. In der Semantik wird statt vom unklaren Ausdruck Wort lieber vom Lexem gesprochen. Das Wort wird begrifflich zumeist vom Phonem, Morphem, der Wortgruppe und dem Satz abgegrenzt. Allerdings kann tatsächlich ein einziges Wort einen Satz bilden und das Wort aus einem einzigen Morphem und dieses aus einem einzigen Phonem bestehen. Beispiel: Oh!. Auch erscheinen die Grenzen zwischen dem zusammengesetzten Wort und der Wortgruppe fließend. Beispiel: er übersetzt ein Buch - er setzt über einen Fluss Für „Wort“ gibt es zwei Pluralformen. Wörter bezieht sich auf die Form bzw. die grammatikalische Einheit „Wort“. Worte bezieht sich auf den Inhalt, zum Beispiel für im Sinnzusammenhang stehende Wörter eines bekannten Ausspruchs (siehe Schlagwort, Sprichwort). Siehe auch: Sprechende Medizin.

Zahnersatz (Abkürzung ZE) ist der Sammelbegriff für jegliche Form des Ersatzes fehlender natürlicher Zähne. Die Planung, Herstellung und Eingliederung von Zahnersatz fällt unter die Zahnmedizinische Fachrichtung Prothetik. Den frühesten Zahnersatz bildeten Zähne aus Elfenbein, aus Holz, von Tieren oder Verstorbenen. Diese wurden mit Golddrähten an verbliebene gesunde Frontzähne gebunden. Dies wirkte nur ästhetisch und verbesserte die Aussprache, ohne die Kaufunktion wiederherstellen zu können. Mit einem ähnlichen Verfahren wurden auch bereits etwa durch Parodontitis gelockerte Zähne fixiert. Solche künstlichen Zähne und Vorrichtungen, die schon die Phönizier und Etrusker kannten, führten oft zu Entzündungen im Mundbereich, da sich an den Drähten und Ersatzzähnen leicht Bakterien festsetzten. Einer der frühesten archäologischen Funde in Mitteleuropa stammt aus dem slawischen Gräberfeld von Sanzkow (Kreis Demmin) aus dem 12. Jahrhundert. Ende des 18. Jahrhunderts gab es erste Porzellangebisse. Der französische Apotheker Alexis Duchateau stellte zusammen mit dem französischen Zahnarzt Nicolas Dubois de Chémant im Jahre 1774 die ersten Porzellanzähne her. Im Jahr 1785 stellte der New Yorker Zahnarzt John Greenwood ebenfalls Zahnersatz auf Porzellanbasis vor. Am 9. März 1822 wurde dem New Yorker Charles M. Graham ein US-Patent bewilligt für seine Erfindung einer Verbesserung im Aufbau künstlicher Zähne. Erst im 19. Jahrhundert ermöglichte der Rohstoff Kautschuk die Herstellung funktionierenden Zahnersatzes, der auch für breitere Bevölkerungsschichten erschwinglich war.

Der Kiefer (gr. Γνάθος, gnathos; bayrisch, österreichisch umgangssprachlich auch: das Kiefer), der bei den meisten Wirbeltieren zur Nahrungsaufnahme dient und deshalb meist bezahnt ist. Er besteht aus dem Oberkiefer (lat. Maxilla) und dem Unterkiefer (lat. Mandibula). Die Zähne sind im Kiefer in den Zahnfächern (Alveolen) über eine Gomphosis (Einkeilung) verankert. Bei den Säugetieren ist der Unterkiefer im Kiefergelenk (Articulatio temporomandibularis) beweglich am Schläfenbein (Os temporale) befestigt. Während der Embryonalentwicklung liegt das Kiefergelenk noch an anderer Stelle (s. u. bei Vögeln), weshalb man es vergleichend-anatomisch als sekundäres Kiefergelenk bezeichnet. Ober- und Unterkiefer sind also nur indirekt miteinander verbunden. Der Oberkiefer ist bei Säugetieren unbeweglich, bei ihnen wird lediglich der Unterkiefer durch die Kaumuskulatur bewegt. Die beiden Kieferhälften sind völlig verschmolzen. Der Unterkiefer der Vögel (Aves) besteht aus mehreren verschmolzenen Knochen. Einer davon, das Os articulare entspricht dabei dem Gelenkfortsatz des Unterkiefers der Säugetiere. Den schädelseitigen Gegenpart bildet bei Vögeln das Os quadratum. Dieser Schädelknochen ist beim Säugetier noch an der Bildung des primären Kiefergelenks beteiligt, wird dann aber als eines der Gehörknöchelchen (Hammer, Malleus) in das Mittelohr verlagert, so dass ein sekundäres Kiefergelenk notwendig wird.

Unter Kieferaufbau oder Kieferaugmentation (lat. augmen „Vermehrung, Zuwachs“) werden operative Verfahren in der Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde verstanden, die insbesondere dazu dienen, abgebauten Alveolarknochen in zahnlosen Anteilen des Oberkiefers oder Unterkiefers wieder aufzubauen. Der Knochenabbau des Kieferknochens kann durch Zahnverlust, Parodontitis oder durch den Auflagedruck von Zahnprothesen erfolgen. Gehen Zähne durch Unfall oder Extraktion verloren, dann bildet sich der Alveolarknochen zurück. Es ist ein Ergebnis horizontaler und vertikaler Resorptionsprozesse während des Heilungsverlaufs der Alveole nach der Zahnentfernung. Die horizontale Resorption beginnt an den dünnen alveolären Außenwänden. Die Parodontitis bewirkt einen Knochenabbau der Alveolen, während die Zähne noch im Kieferknochen verankert sind. Bei einem Zahnverlust durch Parodontitis geht der Abbau der verbliebenen Alveole beschleunigt, da bereits von einem reduzierten Knochenvolumen ausgehend, aus. Im gesunden Gebiss sind die Zähne in den Alveolen an den Sharpeyschen Fasern aufgehängt. Bei einer Belastung der Zähne resultieren Zugkräfte – und nicht etwa Druckkräfte – auf den Kieferknochen. Auf Grund der piezoelektrischen Kräfte entstehen bei Belastung der Zähne und damit des Kieferknochens elektrische Potentiale, die sich positiv auf den Knochenaufbau auswirken. Im unbezahnten Gebiss wirkt hingegen die Druckbelastung der Zahnprothesen auf die Gingiva propria und damit auf den darunter liegenden Kieferknochen, der darauf mit vermehrter Resorption reagiert.

Eine Brücke ist ein Zahnersatz, der seine Abstützung ausschließlich auf Zähnen, Zahnwurzeln oder Zahnimplantaten – auch Anker genannt – findet. Werden Teleskopkronen als Anker (Synonym: Brückenpfeiler) genutzt, kann eine solche Brücke auch herausnehmbar sein. Beim Brücken-Zahnersatz bezeichnet man die Pfeiler auch als Fixierelemente und die Zwischenglieder als Brückenkörper, der die fehlenden Zähne ersetzt. Die Verwendbarkeit von Pfeilerzähnen als Brückananker hängt von der Pfeilerwertigkeit ab. Eine Brücke unterscheidet sich von einer herausnehmbaren Zahnprothese in der Kaufunktion erheblich und stellt diese nahezu wieder her. Naturgemäß gibt es bei Brücken keine Druckstellen, weil der Kaudruck nicht wie bei einer Prothese auf dem Zahnfleisch (gingival gelagert) lastet. Die Übertragung des Kaudrucks in den Knochen wie bei einem natürlichen Zahn erhält weitestgehend die Knochensubstanz, während bei einer Zahnprothese durch die unphysiologische Übertragung des Kaudrucks auf den darunterliegenden Knochen dieser geschädigt werden kann, indem er irreversibel schwindet. Ist zwischen den Brückenpfeilern ein Brückenkörper vorhanden, so handelt es sich um eine einspannige Brücke, sind mehrere Brückenkörper vorhanden, handelt es sich um eine mehrspannige Brücke (siehe Abbildung unten links). In Ausnahmefällen kann ein Brückenglied auch an – mindestens zwei – Brückenpfeiler 'angehängt' werden. Diese Konstruktion wird Freiend- oder Extensionsbrücke genannt.

Suprakonstruktion (von lat.: supra „oberhalb“, con „zusammen“ und struere „bauen“) ist ein Begriff in der Zahnmedizin. Er bezeichnet den auf einem Zahnimplantat befestigten Zahnersatz. Dabei kann es sich um eine Krone, eine Brücke oder auch um eine Prothese handeln. Die Suprakonstruktion wird normalerweise etwa 3 bis 6 Monate nach dem Einbringen der Implantate gefertigt und eingegliedert.

Schaltlücke ist ein Fachbegriff aus der Zahnheilkunde zur Einteilung der unvollständigen Gebisse. Eine Schaltlücke liegt vor, wenn eine Zahnlücke von anderen Zähnen begrenzt ist, also vor und hinter dem fehlenden Zahn oder den fehlenden Zähnen noch mindestens jeweils ein Zahn vorhanden ist. Wenn jemand nicht (mehr) alle Zähne hat, kann dies seine Lebensqualität je nach Anzahl, Art und Lokalisation der fehlenden Zähne in unterschiedlichem Ausmaß beeinträchtigen. Hierfür wurden verschiedene Kriterien vorgeschlagen, u. a. die Einteilung nach „Schalt-“ und „Freiendlücken“. Analog hierzu versteht man unter einer „Schaltprothese“ eine Teilprothese, bei der die fehlenden Zähne im Gegensatz zur „Freiendprothese“ auf beiden Seiten der Lücke eine Verankerung oder Abstützung an vorhandenen, natürlichen Zähnen haben.

Ein Implantologe (von lat. in „im, hinein“ und planta „Steckling, Setzling“ und -logie) ist ein Zahnarzt, Parodontologe, Oral- oder Kieferchirurg, der auf das Einsetzen von Zahnimplantaten spezialisiert ist. Die Berufsbezeichnung „Implantologe“ ist nicht geschützt und wird nicht öffentlich-rechtlich erteilt, wie etwa die Bezeichnungen „Facharzt für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie“, „Fachzahnarzt für Kieferorthopädie“, „Fachzahnarzt für Oralchirurgie“ oder „Fachzahnarzt für Parodontologie“. Mit der Approbation erwirbt jeder Zahnarzt die Erlaubnis, Zahnheilkunde uneingeschränkt auszuüben und damit auch Zahnimplantate zu setzen. Die Bezeichnung „Implantologe“ gibt sich der betroffene Zahnarzt/Arzt selbst. Heute (im Jahre 2006) implantieren ca. 5000-7000 Zahnärzte (ca. 10-12 % der ca. 60000 bundesdeutschen Zahnärzte) mehr oder weniger regelmäßig. Siehe Hauptartikel: Zahnimplantat und Implantologie Da die Universitäten mit der zahnärztlichen Approbation die Erlaubnis zur Ausübung der Zahnheilkunde generell erteilen und bis heute die Studenten in der Implantologie nicht als Basislehrfach ausbilden, ist diese Ausbildungslücke im Wesentlichen durch die Implantathersteller-Industrie und auch durch fünf große Fachgesellschaften für Implantologie in Deutschland geschlossen worden. Diesen privaten nicht-staatlichen Fachgesellschaften stehen die Fachabteilungen (zahnmedizinischen Fakultäten) der Universitäten fördernd und unterstützend zur Seite.

Die natürliche Zahnkrone (corona dentis) ist der obere Anteil eines Zahnes, der aus dem Zahnfleisch herausragt. Sie ist mit Zahnschmelz bedeckt, der härtesten im menschlichen Körper vorkommenden Substanz. Als Klinische Krone wird der sichtbare Teil eines Zahnes bezeichnet. Die Bezeichnung „Krone“ rührt daher, dass sie mit den rundherum befindlichen Zacken, den Höckern, der Kontur einer königlichen Krone ähnelt. Im allgemeinen Sprachgebrauch wird auch eine künstliche Krone (aus einer Edelmetalllegierung oder Keramik) als „Krone“ bezeichnet. Die Zahnwurzel ist der untere Anteil des Zahnes, der im Knochen verankert ist und die Krone trägt. Der Übergang von der Zahnkrone zur Zahnwurzel wird vom Zahnhals gebildet. Wenn bei krankhaften Veränderungen (z. B. bei einer Entzündung des Zahnfleisches, (Parodontitis), aber auch bei einer nichtentzündlichen Atrophie (Parodontose) der Gingiva) der den Zahn als ganzes haltende Knochen zurückgeht, verlängert sich der Teil des Zahnes, der aus dem Knochen herausragt. Dadurch erscheint die Zahnkrone relativ länger (lange Zähne). Das Verhältnis der Zahnlänge, die im Knochen steckt, zur Länge des Zahnes, die aus dem Knochen herausragt, nennt man Kronen-Wurzel-Quotienten. Normalerweise ist dieses Längenverhältnis von Krone zu Wurzel ca. 1:2. Wenn dieser Quotient bei 1:1 liegt oder sogar darunter, ist sehr oft die Indikation zur Zahnentfernung (Extraktion) gegeben, weil die Wurzel nicht mehr genügend Halt im Knochen findet und im Seitenzahngebiet dann auch oft schon die Bifurkation bzw. Trifurkation freiliegt.

Als Matrize (lat. mater Mutter) wird in der Zahnmedizin einerseits ein Hilfsmittel zum Legen einer Zahnfüllung mit plastischem Füllmaterial verstanden und andererseits das Gegenstück einer Patrize. Eine Matrize besteht aus einem Metall- oder Kunststoffband, das um den Zahn gelegt wird. Beispielsweise wird eine Amalgamfüllung oder eine Kompositfüllung in weichem (plastischen) Zustand in die Kavität eines Zahnes eingebracht, um den Defekt zu rekonstruieren. Ist diese Kavität offen und nicht vollständig von Zahnschmelz umgeben, würde das Material aus der Kavität hinausfließen. Die Matrize sorgt als Formhilfe dafür, dass die Füllmasse nicht über den Zahn hinaus verteilt wird. Ringbandmatrize, (engl.: Tofflemire's™ matrix) ist eine der gebräuchlichsten Hilfsmittel beim Legen einer Amalgamfüllung. Beim Anlegen an den Zahn können die dünnen, speziell geformten, eingespannten dünnen Stahlbleche der Zahnaussenform angepasst werden. Mit einer Kunststoffmatrize lassen sich Kunststofffüllungen im Frontzahnbereich randdicht legen. Sie werden im Bereich des Zwischenraumes zwischen dem zu behandelnden Zahn und dem Nachbarzahn eingebracht. Die Füllung kann dadurch auch ohne Verklebung mit dem Nachbarzahn gelegt werden. Kunststoffe werden in der Regel durch UV-Licht ausgehärtet, dazu müssen die Matritzen transparent sein. Andererseits wird als Matrize das Gegenstück zu einer Patrize verstanden. Matrize und Patrize bilden eine Einheit und werden in der Zahntechnik als Geschiebe, als Verbindungsteile zwischen festsitzendem Zahnersatzanteil und herausnehmbaren Zahnersatzteil verwendet.


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